6.4.2020
Am Wochenende war der Wald gut besucht . Die Parkplätze waren voll. Heute früh musste ich einen davon überqueren, und es war nicht zu übersehen, dass der Andrang gross gewesen ist. Der Boden war mit Müll übersät. Leere Plastikflaschen, Getränkedosen, Unmengen benutzte Papiertücher und Verpackungen von Süssigkeiten und Getränken.
Die Leute lassen offenbar alles einfach zu Boden fallen, was sie nicht mehr brauchen. Machen die das zuhause auch so? Und wie soll der Wald dabei erholsam bleiben?
Den Leuten ist es langweilig. Best Secret kann nicht so schnell liefern, wie bestellt wird.

Ich merke auch selbst, dass ich mich von den Verkaufsportalen fernhalten muss. Es ist viel zu leicht, mal schnell hier zu klicken, da zu klicken. Ich kaufe ja zur Zeit mehr von den notwendigen Dingen online, um die zwischenmenschlichen Kontakte so weit als möglich zu reduzieren und stolpere dabei immer wieder über irgendetwas, was ich eigentlich auch gut gebrauchen könnte. Oder gerne hätte. Aber iuneigentlich brauche ich es nicht und arbeite heftig an meiner Selbstbeherrschung.
Wie man hört, versuchen viele auch, der Versuchung zu entgehen, indem sie alles putzen, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.
Heute musste ich einfach raus. Am Wochenende habe ich mich eisern beherrscht, weil ich mich nicht auf überfüllte Strassen und Wege einlassen wollte. Und jedes Mal, wenn ich fast schwach geworden wäre, habe ich mir selbst ins Ohr geflüstert: „Morgen wird es wärmer, morgen wird es wärmer.“ Natürlich war es heute wärmer. Ich wollte ja auch gar nicht irgendwo anhalten, nur ein bisschen durch den Taunus fahren, hie und da unter einem blühenden Baum stehenbleiben und nach oben schauen.

Zauberhaft!

Ich bin übrigens vorhin informiert worden, dass Prof. Drosten festgestellt hat, dass Viren auf glatten Flächen unschädlich sind. Auf meine, wie ich finde, naheliegende Frage, wie lange sie brauchen, um dort unschädlich zu werden, habe ich leider noch keine Antwort erhalten.
Habe gerade noch mal selbst nachgeschaut. Ich denke, man kann nach wie vor davon ausgehen, dass die Biester bis zu 72 Stunden virulent bleiben.
Seit heute müssen übrigens deutsche Heimkehrer nach der Ankunft aus dem Ausland erst einmal für 2 Wochen in Quarantäne. Müssen jetzt alle in Quarantäne, die in Deutschland ankommen, oder gibt es immer noch Ausnahmen?
7.4.2020
Grönemeyer versucht, auch aus der Corona-Krise noch Kapital zu schlagen. Warum überrascht mich das nicht?
Er „widmet den Helden des Alltags ein Lied“. Ich habe eine ganze Reihe von Websites durchforstet, aber keinen Hinweis gefunden, dass er den Helden des Alltags auch die Einkünfte aus seinem Lied widmet…
Ich mache mir übrigens mehr und mehr Sorgen um die Steigerung der Ansteckungsgefahr, wenn die Bewegungseinschränkungen gelockert werden. Frau Merkel hat sich auf den 19.4.2020 eingeschossen – der Ramadan beginnt am Abend des 23.4.2020. und in Berlin hat ein Imam ja schon mal ein bisschen geübt, um zu sehen, was geschieht, wenn das derzeitige Versammlungsverbot durchbrochen wird. Gut, die Polizei kam und hat für Ordnung gesorgt. Aber ob das auch noch klappt, wenn sie sich um alle Moscheen in grossen Memgen versammeln und das Versammlungsverbot auch nicht mehr so streng durchgesetzt wird? Dann werden die Moscheen zu Brutstätten für Covid-19. Aber die Experten sind glücklicherweise eher für ein langsames und stufenweises Vorgehen; das wäre sicher besser.
Ich habe jedenfalls gestern Abend mal bei Amazon vorbeigeschaut, festgestellt, dass es wieder Atemmasken gibt und mir einen kleinen Vorrat bestellt. Und für alle Fälle habe ich auch gleich noch meinen Vorrat an Einmalhandschuhen aufgestockt,
Die Atemmasken kommen übrigens aus China. Im Netz wimmelt es von Warnungen vor Masken und generell Waren aus China – sie würden uns krank machen statt zu schützen.

Wüsste nicht, warum die Leute zahlende Kunden umbringen sollten – die wollen doch noch mehr verkaufen.
Ein Freund fragte gerade, wo ich so viel Zeit zum Schreiben hernehme. Also, wirklich! Wann, wenn nicht jetzt, wäre Zeit zum Schreiben:
Familie: verboten
Freunde: verboten
Reisen: verboten
Shopping: verboten
Friseur: verboten
Massage: verboten
Nagelpflege: verboten
Man fängt ja schon aus reiner Langeweile an, etwas Vernünftiges zu tun.
Selbst meine Fenster werden nach und nach wieder durchsichtig! Und zwar leider nicht ohne meine aktive Mithilfe.
Heute habe ich auch mal mein Auto gewaschen. Es war höchste Zeit. Danach habe ich beschlossen, einen Blick auf den Parkplatz beim Supermarkt zu werfen, denn so ein paar Sachen sind nicht mehr so ganz reichlich vorhanden. Ein schönes Nussbrot wäre auch eine schöne Abwechslung für das ewige Knäckebrot. Der Parkplatz war ok, nicht zu voll. Also Gummihandschuh an, Einkaufswagen geschnappt und los geht‘s. Erst zur Bäckerei. Nee, die atmen auf‘s Brot. Muss ich nicht haben. Lieber Mehl und selbst backen. Schliesslich habe ich das ja geübt, als ich einmal vor Jahren ein Buch darüber geschrieben habe. Kein Mehl im Regal. Ein Mitarbeiter des Marktes räumte gerade Waren ein, und ich fragte ihn nach Mehl. Hm, hm, es sei gerade eine Lieferung gekommen, aber ob er da gleich das Mehl finden würde? Er fand. Und brachte mir eine gewaltige Tüte. Und während ich ihm überschwänglich dankte, wisperte er mir zu, dass sie gerade Grosspackungen mit Toilettenpapier ins Regal geräumt hätten.
Eigentlich brauche ich gar keines. Aber andererseits – es wird ja nicht schlecht.
Gut, dass die Mitarbeiter im Markt so gut sind. Die Bürokraten im Hintergrund lassen Wünsche offen. Auf meine Anfrage, ob es einen Lieferservice gibt, kam nach einer ganzen Reihe von Tagen diese Antwort:

Die meisten Händler haben sich da besser an die aktuelle Situation angepasst…
8.4.2020
Der Waldparkplatz ist gereinigt worden. Aber wenn das Wetter hält, dürfen wir wohl nach Ostern durch meterdicke Müllschichten waten. Ich verstehe diese Menschen nicht.
Merkwürdige Spam kriegt man heutzutage:

Wetten, dass diese Mail nicht von einer würdevollen, liebenswerten alten Dame verfasst wurde?
Und auch diese hier erregt eine gewisse Heiterkeit:

Was mich auch beschäftigt, ist die Sorge dieses Jahr nicht mehr reisen zu können. Budapest storniert. Am Dienstag nach Ostern wollte ich nach Meran und von da gleich weiter nach Mantua. Storniert.
Der nächste Ausflug ist für den 18. Mai geplant. Nichts Grosses. Bloß Coburg. Aber Coburg hat was. Ich war in der Adventszeit schon einmal kurz da und hatte Gelegenheit festzustellen, dass Coburg ein absolut bezauberndes Städtchen ist, mit vielen architektonischen Sehenswürdigkeiten und ausserordentlich liebenswürdigen Bewohnern. Und ich habe dort das Hotel Victoria gefunden, ein niedliches altes Anwesen mit sehr hübschen Zimmern, einer wirklich netten Wirtin und einer hervorragenden Lage. Gleich beim Stadttor, zu Fuss ist man in einer Minute im Zentrum. Zu Wiesen für den Hund muss man nur über die Strasse. Und mit dem Auto ist man in ein oder zwei Minuten aus der Stadt heraus, was ein grosser Vorteil ist. Denn rund um Coburg liegt enorm viel, was ich mir schon immer mal in Ruhe anschauen wollte. Aber die Anfahrt war mir zu weit. Aber wenn ich mich für eine Woche im Hotel Victoria niederlasse, kann ich all diese vielen Fliegen mit einer Klappe schlagen – hoffentlich klappt das!



Am 16. Juni möchte ich gerne nach Lausanne fahren. Ich habe eine Karte für das Maurice Béjart Ballett ergattert. Sie tanzen Beethovens Neunte. Das stelle ich mir unglaublich schön und faszinierend vor. Und ich habe ein Zimmer ganz in der Nähe gefunden. Hoffentlich kann man bis dahin wieder reisen…
Im Juli habe ich eine Karte für Bregenz. Ob der Albtraum bis dahin vorbei ist?
Und dann geht das Rheingau Musik Festival los. Hoffentlich!
9.4.2020
So, die Schubladen mit den Nähutensilien sind aufgeräumt. Sieht super aus. Hoffentlich kann ich mir merken, nach welchen Kriterien ich sortiert habe, denn leider ist es durchaus nicht immer so, dass ich meine Logik von heute ein paar Wochen später noch nachvollziehen kann…
Die Balkons werden auch allmählich bewohnbar. Es ist Zeit, mich nach meinen Lieblingsblumen umzusehen, den Tomaten.
10.4.2020
Karfreitag
Der Wald ist randvoll. Mit rasenden Radfahrern, kreischenden Kindern, meckernden Müttern und mürrischen Männern in der Midlife-Krise. Und am Dienstag wird er dann grosse Ähnlichkeit mit einer Mülldeponie haben; die ersten Verpackungen glitzern schon am Wegrand in der Sonne.
Es sind wieder Flugzeuge unterwegs.
11.4.2020
Der Flugplan von Fraport beweist, dass mein Eindruck nicht getäuscht hat.


Heute war ich noch einmal draussen. Bin 2 Stunden ziellos über kleine Landsträsschen gefahren, durh Obstplantagen und Obstbaumalleen in voller Blüte. Jetzt sind meine Batterien ausreichend aufgeladen für die Osterfeiertage – an denen ich sowieso immer zuhause bin. An Ostern und Pfingsten vermeide ich Autoverkehr – es passiert zuviel. Ist halt schade, dass niemand kommen darf…

