Unterwegs in Japan und Korea

Teil 4

Nagasaki, Busan und Jeju Island

 

Nagasaki, der letzte japanische Hafen. Die zweite japanische Stadt, über der eine Atombombe abgeworfen worden war. Hier habe ich einen Ausflug nach Arita, der Stadt der Porzellanmanufakturen und zum Peace Memorial Park gebucht.

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Die Fahrt nach Arita war recht lang, und unsere Führerin hatte reichlich Zeit, uns viel über ihre Heimatstadt und natürlich auch die Bombe zu erzählen. Diese war eigentlich für eine andere Stadt, Kokura, gedacht gewesen, wo es deutlich mehr Rüstungsindustrie gab. Aber Kokura hatte Glück: die Stadt lag unter einer dichten Wolkendecke, so dass eine exakte Ortung der geplanten Abwurfstelle nicht möglich war – damals gab es ja nur Sicht und Radar…

Also flog der Pilot weiter zum Ausweichziel Nagasaki, wo der Mitsubishi-Konzern Kriegsschiffe baute. Aber auch über Nagasaki hing eine Wolkendecke, so dass der Pilot wegen Treibstoffmangel gezwungen war, den Abwurfpunkt mit Radar zu ermitteln. Abwerfen musste er sie, denn mit der schweren Bombe an Bord hätte er nicht mehr zurückfliegen können. Aber wegen der unzulänglichen Ortungsmethoden wurde nicht der Rüstungsbetrieb Mitsubishi getroffen, sondern das Stadtzentrum. Da dieses in einem Tal lag, wurden die umliegenden Stadtbezirke bei weitem nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen, wie dies in Hiroshima der Fall gewesen war. Sehr viel mehr Menschen überlebten den Absturz und auch die nachfolgenden Krebserkrankungen waren wohl auf ein kleineres Gebiet begrenzt.

Nach dem Krieg wurde Nagasaki neu aufgebaut, wohl deutlich anders als es vor der Explosion ausgesehen hatte, aber da die Stadt das älteste Zentrum des christlichen Glaubens in Japan war, wurden insbesondere viele der zerstörten Kirchen wieder errichtet.

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Aberschliesslich kamen wir in Arita an, der Porzellanstadt. Hier wollte ich noch einmal nach einer Guanyin aus Porzellan schauen. Die japanischen Porzellan-Guanyins unterscheiden sich sehr von den chinesischen. Sie wirken sehr viel schlichter, weniger kokett und glamourös als die chinesischen, eher etwas in sich gekehrt und sehr mütterlich.

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Chinesische Guanyins

Zunächst besichtigten wir eine Manufaktur, deren Namen ich leider vergessen habe. Das ganze Gelände war überaus gepflegt, mit traditionellem Garten_IGP4637.JPG

und eher kleinen Räumen, in denen wenige Leute arbeiteten.

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Und der Kiln war winzig

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– irgendwie kam mir das eher wie eine Schauwerkstatt vor, zu klein selbst für einen Familienbetrieb, aber das Porzellan war wunderschön. Aber leider auch grässlich teuer – ich war direkt erleichtert, dass ich hier keine Guanyin fand.

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Aber wir haben viel über das japanische Porzellan erfahren. Es wird hier erst seit 1616 hergestellt, vorher wurde getöpfert, aber 1616 fand ein koreanischer Töpfer, der auch schon in einer chinesischen Manufaktur gearbeitet hatte, in der Nähe von Arita Kaolin, und bald entwickelte Japan seinen ganz eigenen Stil. Und ich weiss jetzt auch, dass die Bezeichnung Imari-Porzellan eigentlich nur auf den mangelhaften geographischen Kenntnissen der europäischen Abnehmer beruht: Imari ist der Hafen in der Nähe von Arita, von dem aus das Porzellan verschifft wurde.

Naja, ich habe jedenfalls ein solches Imari-Teil, geerbt natürlich. Es fing wohl im 18. oder 19. Jahrhundert sein Leben in Arita als Vase an und wurde dann in Europa mit Messing und einem kunstvoll bemalten Glasschirm zur Lampe umfunktioniert.

Ganz interessant fand ich, dass der Besitzer der oben beschriebenen Manufaktur diese alten Lampen sammelt. Schade, dass ich den Namen vergessen habe, sonst hätte ich ihm ein Foto meiner Lampe geschickt…

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Von dieser Manufaktur ging es weiter in die Ortsmitte.

Als potentielle Einkäufer wurden wir von einem besorgten Polizisten sorgsam über den Zebrastreifen geleitet

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– der Verkehr ist hier nicht sooo dicht – und gingen die Hauptstrasse entlang, in deren Schaufenstern nur Porzellan in allen nur vorstellbaren Ausführungen zu sehen ist und auch in einigen, die ich mir eher nicht vorgestellt hatte.

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Nach Besichtigung einiger alten Mauern, die aus alter Kilnschlacke, Porzellanüberresten und ähnlichem erbaut wurden

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und nach Aussage der Führerin eben deshalb bemerkenswert sein sollen und einer Art Friedhof mit Buddhafiguren und Textstelen

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landeten wir im Verkaufsraum einer anderen Manufaktur.

Und hier mussten wir nun leider ausnahmslos alle kräftig zulangen! Wunderschönes blaues und Celadon-Porzellan für mich, am schönsten waren einige blau-weisse Stücke,

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aber die besten waren zu gross, zu schwer, zu teuer. Prächtig buntes Porzellan für die amerikanischen Reisegenossen, und zu guter Letzt, auf dem allerletzten Regal in der allerhintersten Ecke, was sehe ich? Na? Richtig geraten, meine Guanyin. Ich mache nachher noch ein Foto von ihr- sie ist ebenso perfekt wie die auf Miyajima, die ich ja leider nicht bekommen habe.

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Dann kam das Verpacken! Wir waren ja eine ganze Menge Leute und ich glaube, alle hatten etwas gekauft, viele auch mehrere Stücke, und alle wollten ihre Einkäufe mitnehmen.

Also mussten sie verpackt werden.

Nun ist das in Japan so eine Sache mit dem Verpacken.  Japaner und insbesondere Japanerinnen verpacken mit grösster Hingabe und hervorragendem Geschmack. Und alles muss nach dem Verpacken wie ein sehr elegantes Geschenk aussehen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Hemmungen hatte, die Verpackungen zu zerstören, als ich meine Mitbringsel für die Heimreise auspackte und in die gebrauchte Wäsche hüllte – vorher brachte ich es gar nicht über mich, die Sachen auszupacken, obwohl ich sie gerne noch einmal angeschaut hätte.

Aber dieses Verpacken dauert! Da muss die genau passende Schachtel gesucht werden. Da muss das Packpapier gewählt und zugeschnitten werden, das am besten zum verkauften Gegenstand passt. Und dann muss das Papier geknifft und gefaltet und was weiss ich noch was werden. Der Bindfaden muss farblich exakt passen. Die Schleifen müsse genau so sein und kein bisschen anders. Und wenn es beim ersten Versuch nicht schön genug wird, muss man es halt wieder versuchen. Mein Versuch zu erklären, dass es sich nicht lohnt, weil ich die Verpackung sowieso wegwerfen werde, stiess auf völliges Unverständnis gepaart mit etwas blankem Entsetzen.

Ja, und dann kam der dramatische Teil: es gab zwei Sorten Tragetaschen, einfache und schöne. Und alle wollten die schöne. Die gab es aber eigentlich nur für teure Einkäufe. Aber Japaner sind höflich. Wir haben die schönen Tüten gekriegt, bis sie alle waren. Dann versuchten die mit den einfachen Beuteln zu tauschen…

Das hat alles gedauert. Wir sind erst lange nach der festgesetzten Abfahrtszeit beim Bus gewesen, aber alle hochbefriedigt!

Was sich zumindest bei mir während der Recherche zu meinem Blog dann doch sehr geändert hat. Denn  man hat uns in Arita so einiges vorenthalten! Es gibt dort einen Porzellanmarkt – nicht gewusst und nicht gesehen. Es gibt auch ein Porzellanmuseum, das sehr gut sein soll – gewusst, aber keine Zeit. Und es gibt einen Porzellanpark, in dem sich unter anderem eine Porzellandarstellung des Dresdner Zwingers befindet – also, DAS zumindest hätte man uns zeigen müssen, finde ich!

Auch auf dieser Insel gibt es Vulkane, aber sie halten allem Anschein nach still:_IGP4598.JPG

Nach dem Einkaufsfieber ging es weiter zum Peace Memorial Park – eine sehr weitläufige und beeindruckende Anlage, die 1955 in unmittelbarer Nähe des Explosionszentrums errichtet wurde. Man sieht noch die Grundmauern des Gefängnisses, das dort gestanden hatte.

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Und im Park mit der 10 m hohen Friedensstatue

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und dem wunderschönen Springbrunnen haben im Laufe der Jahre viele Länder dieser Welt Skulpturen gestiftet, die deren Wunsch nach Frieden versinnbildlichen sollen. Manche sind sehr anrührend und ausdrucksstark. Und manche eher nicht.

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Natürlich gibt es auch hier einen Souvenirladen, in dem mich vor allem ein paar wundervolle Flugdrachen interessierten, die an der Decke hingen. Aber leider, leider – die waren ausverkauft.

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Japanische Städte Haben Riesenräder- Nagasaki auch

 

 

 

Nach der Rückkehr zum Hafen war noch reichlich Zeit für einen Bummel durch Nagasaki, der Kreuzfahrthafen ist ja gleich beim Stadtzentrum. Eine gute Gelegenheit, eine Kleinigkeit zu essen und noch nach ein paar Reisemitbringseln für die Daheimgebliebenen zu schauen. Und tatsächlich fand ich ein paar, ja, ich weiss nicht, sind das nun Kimonos oder Yukatas, aber egal, sie sind hübsch, aus Baumwolle und einige waren gross genug für Europäer. Das Bezahlen war dann aber etwas abenteuerlich: an der Kasse war nur eine Kundin vor mir, das ging schön schnell, die Kassiererin kam auch mit Hilfe einer älteren Kollegin mit meiner exotischen Kreditkarte zurecht. Und da sie ja an der Karte gesehen hatte, dass die Möglichkeit bestand, dass ich die Sachen mit ins Ausland nehmen würde, wollte sie unbedingt einen gewaltigen Papierkrieg wegen der Mehrwertsteuer führen, die sie mir nicht in Rechnung stellen wollte. Fand ich sehr edel von ihr, aber das Verfahren war umständlich. Und während all dieser Zeit wartete hinter mir geduldig noch ein weiterer Kunde.

Aber dann fing sie an, einzupacken – Papier, das zum jeweiligen Kimono passte, auf die richtige Grösse zurechtgeschnitten, geknifft und gefaltet …

Der Kunde trat neben mich, starrte ungläubig auf die Theke, wo die Kassiererin kunstvolle Verpackungen zauberte, schnaubte kurz und entschwand.

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Ich machte mir zwischenzeitlich Sorgen, dass ich das Schiff verpassen könnte, aber diese Sorge war überflüssig, denn durch das Hafengelände erstreckte sich eine elend lange Menschenschlange

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– Nagasaki war der letzte japanische Hafen, wir würden das Land verlassen, die Kontrollen dauerten länger als normal, und man hätte auch vom Schiff nicht mehr an Land gedurft. Und dass auf dem Schiff nur ein Terminal zur Kontrolle der Rückkehrer in Betrieb war, hat das Verfahren auch nicht gerade beschleunigt.

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Palast der Winde auf Japanisch???

 

Bis wir endlich ausliefen, nach der grandiosen Abschiedsvorstellung am Kai,

_IGP4833.JPGwar es dunkel, was den Vorteil hatte, dass man sehr schöne Aufnahmen von der grossen Hängebrücke machen konnte, unter der das Schiff durch musste.

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Auf zur Bar für meinen Aperitif. Alexander hat schon auf mich gewartet. Und dann zum Abendessen. Unsere indische Freundin hatte Ente bestellt und sich sehr darauf gefreut. Und war bitter enttäuscht, als sie auf ihrem Teller eine Menge wabbeliges Entenfett mit ebenso wabbeliger Haut daran  fand und nur ein paar winzige Fleischfetzchen dabei. Der Maître d‘ musste wieder herbeizitiert werden und brachte, wohl aufgrund leidvoller früherer Erfahrungen, auch gleich wieder den mutmasslichen Chefkoch mit. Die Kellner gingen in Deckung und die Sommelière feixte im Hintergrund. Nach der heftigen Kritik wegen der miesen Ente gingen wir über zu Ratschlägen und informierten den Koch und den Maître d‘ umfassend, was sie alles falsch machen und um wieviel besser es doch wäre, wenn sie beispielsweise auf einer Kreuzfahrt durch fremde, exotische Länder auch frisch zubereitete Gerichte der jeweiligen Länderküche servierten.

Das wäre wirklich ein Traum.

Die beiden stimmten uns in allem zu, Hauptsache wir liessen sie endlich in Ruhe, aber leider werden unsere Wünsche wohl nie von irgendeinem Kreuzfahrtschiff erfüllt werden.

Schade, schade…

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Unser nächster Hafen ist Busan, früher bekannt und mir durch das eine oder andere Buch geläufiger unter dem Namen Pusan. Hier habe ich einen Ausflug zum Bulguksa-Tempel und nach Gyeongju gebucht. Gyeongju war die Hauptstadt des Silla-Reiches, das in etwa das ganze heutige Süd- und Nordkorea umfasste. Im Ausflugsprospekt wird Gyeongju angepriesen als eine Stadt, die älter ist als 1000 Jahre. Hm, naja, aus amerikanischer Sicht ist das wohl alt…

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Aber zunächst einmal mussten wir die Einreiseformalitäten über uns ergehen lassen, die zum Glück kurz und schmerzlos waren. Im Hafengebäude gab es eine Wifi-Zone. Da könnte ich bei der Rückkehr meine Mails lesen. Leider gab es keine Möglichkeit, etwas Bargeld zu ziehen, Postkarten und Briefmarken zu kaufen, aber das würde sich doch sicher noch finden.

Dann ging es zum Bus. 2018-10-23 09.33.23.jpg

Tolle Beleuchtung, so schön bunt.

 

Auf der Fahrt hat uns die Führerin sehr viel erzählt. Wir haben erfahren, dass in Korea alles viel besser ist als irgendwo sonst auf der Welt. Künstlich geschaffene Höhlen? Nur in Korea wirklich gut, die berühmten Höhlen in Ellora und Ajanta (Indien) kämen einfach nicht dagegen an, das wäre ja bloss weicher Sandstein (stimmt nicht! Ich war dort.), aber in Korea wäre der Stein viel härter. Kunst? Nur koreanische taugt etwas – japanische zu bunt, chinesische zu schlecht… Westliche Kunst scheint keiner Erwähnung wert zu sein. Dann klagt sie über japanische Piraten, die Korea jahrhundertelang drangsaliert hätten. Dann erzählt sie vom Koreakrieg Anfang der 50er Jahre und wie gut die Amerikaner zu den Koreanern gewesen wären, und wie sie ihnen geholfen hätten und wie sie den Krieg gegen Nordkorea für die Südkoreaner geführt hätten und wieviele Menschen sie gerettet hätten: 14 000 Flüchtlinge auf einem kleinen Kriegsschiff, weil die Amerikaner in ihrer Güte keinen dem sicheren Tod durch die Nordkoreaner ausliefern wollten. Auf dem Schiff wurden 5 Babies geboren, welche die Amerikaner Kimchi 1-5 nannten.

Wie es scheint, haben die Südkoreaner sehr viel Grund, den Amerikanern äusserst dankbar zu sein.

Jetzt muss ich ein bisschen vorgreifen, denn da gibt es etwas, was ich überhaupt nicht verstehe: die Japaner haben ja wohl überhaupt keinen Grund, Amerikanern dankbar zu sein, ich denke, da wird mir jeder zustimmen. Aber trotzdem waren alle Japaner ausnahmslos höflich, freundlich, hilfsbereit, sehr, sehr hilfsbereit. Die Koreaner? Nichts davon. Sie haben sich unübersehbar bemüht, unhöflich und garstig zu sein, haben uns über den Haufen gerannt, uns ihre Ellbogen in die Rippen gerammt, einem Amerikaner wurde sogar im Vorbeigehen der Finger gezeigt! Beim letzten Ausflug habe ich im Bus unsere Führerin gefragt, woher das kommt, und sie tat ganz ungläubig. Als andere Mitreisende bestätigten, dass sie die gleichen Erfahrungen gemacht hätten, erklärte sie, dass sie zu diesem Thema erst Erkundigungen einholen müsse und uns auf der Rückfahrt antworten würde. Auf der Rückfahrt hiess es dann: nein, nein, das stimmt alles nicht. Alle Südkoreaner lieben die Amerikaner und kämen gar nicht auf die Idee, grob oder unhöflich zu sein…

Ich verstehe es nicht.

Auf halber Strecke hielten wir an einer Raststätte an. Also, wir sind definitiv nicht mehr in Japan! Hier gab es gerade mal 2 Abteilungen: eine zum Sitzen und eine zum Kauern über einem Loch im Boden. Aber einen Geldautomaten gab es. Unsere Führerin erklärte, dass der Englisch könne, was bedeute, dass er ausländische Kreditkarten akzeptiere. Unsere Führerin irrte.

Interessant war es übrigens auch, die Passagiere eines koreanischen Ausflugsbusses zu beobachten. Die stellten neben ihrem Bus Klapptische und –stühle auf und verzehrten ihre mitgebrachte Brotzeit auf dem Parkplatz der Raststätte. Das wäre hier so üblich.

Nachdem fast jeder Passagier probiert hatte, ob nicht vielleicht seine Kreditkarte doch…, fuhren wir enttäuscht weiter und kamen schliesslich  in Gyeongju an. Das ist nun wirklich immens sehenswert. Zwar nicht die Stadt, der man beim besten Willen nicht mehr ansieht, dass sie während der Silla-Zeit solch grosse Bedeutung hatte, aber die dazugehörige Nekropole. Ein grosser Hügel, 25 m hoch und mit Rasen bewachsen,  am anderen. Und jeder Hügel birgt eine Begräbnisstätte. Gelegentlich findet man Doppelhügel, darin liegt dann ein Ehepaar begraben.

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Die Einwohner hielten diese Hügel bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts für natürliche Erhebungen, bis man in den 20er Jahren entdeckte, dass es sich um künstliche Hügel über Königsgräbern handelte. Die Grabbeigaben, die man im zugehörigen Museum besichtigen kann, sind schon sehr sehenswert:

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Waffen und Haushaltsgegenstände
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Waffen und Schmuck
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Bequeme Schuhe

 

 

 

 

 

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Ein Helm für den Sonntag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rüstung für Mann und Ross

 

 

 

 

 

 

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Beim Schmuck ähnelt manches dem, was  _IGP5273.JPGdie Etrusker hinterlassen haben.

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Separat von den Gegenständen aus den Königsgräbern, historischen Artefakten und alter Kunst  wird noch ein  Boot aufbewahrt, das offensichtlich als sehr bedeutend angesehen wird. Leider war niemand da, uns die Bedeutung verständlich  zu erklären, und im Internet finde ich auch nur Fotos.

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In einem kleinen Pavillon ausserhalb des Museums hängt noch eine“heilige Glocke“, _IGP5198.JPGderen Klang 3 km weit schallen soll, selbst wenn man sie nur mit der Faust anschlägt. Wir hätten das ja alle gerne ausprobiert, aber leider hat man uns nicht nah genug daran gelassen.

Nach dem Mittagessen, koreanisch, mit Bulgogi (=Rindfleisch) und Kimchi und vielen unbekannten Genüssen ging es weiter nach Bulguksa.

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Endlich Herbstlaub, in Japan war es ja noch zu früh dafür, aber hier waren schon viele Bäume wunderschön gefärbt.

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Und eine sehr grosse und eindrucksvolle Anlage. Über und über bemalt und dekoriert und mit Blumen geschmückt. Mir scheint, mit schlichter Eleganz haben es die Koreaner wohl nicht so, eher könnte man einen horror vacui vermuten…

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Aber nicht zuletzt deswegen gibt es auch sehr viel zu entdecken in diesem weitläufigen Gelände.

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Und immer wieder die 5 Farben, die Richtungsfarben, wie man sie hier nennt:

Weiss = Westen

Schwarz = Norden                 _IGP5016

Blau = Osten

Rot = Süden

Gelb = Mitte

Grün galt früher als eine Variante von Blau, aber westliche Einflüsse haben Grün mittlerweile zu einer eigenständigen Farbe mutieren lassen. Natürlich haben die Farben auch noch viele  andere traditionelle Bedeutungen. Aber die Himmelsrichtungen scheinen am wichtigsten zu sein.

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Noch ein paar Fotos von Busan:

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Irgendwo zwischen den vielen Hochhäusern steckt die „Trump City“, so genannt, weil die koreanische Firma Daewoo den Trump Tower in New York erbaut haben soll.

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???

 

 

 

 

 

 

Und das Highlight des Abends, die Rainbow Bridge. Ich habe keine Ahnung, wieviele Fotos ich hier gemacht habe – es müssen Hunderte sein, aber mit diesem Vollmond…

 

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Vor lauter Fotografieren bin ich kaum dazu gekommen, selbst zu gucken!

Am nächsten Tag legten wir an der Jejudo an, der Insel Jeju . Hier gab es zunächst einen phantastischen botanischen Garten zu sehen. Ein riesiges Treibhaus mit den unterschiedlichsten Klimazonen im Innern sieht von aussen aus wie ein gewaltiger Oktopus aus Glas und Stahl.

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Hier drin gab es so viel zu sehen und zu fotografieren,

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dass ich es leider nicht mehr schaffte, die Themengärten im Freien anzuschauen.

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Die Koreaner sehen hier eine Verwandtschaft mit den Moai der Osterinsel

Wir mussten schon bald weiter zum nahegelegenen Wasserfall. Der Weg führte zunächst über eine ziemlich bemerkenswerte Bogenbrücke

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und dann über Treppen, Treppen, Treppen. Hier hatten die Gehbehinderten, die unverdrossen wieder einmal die Warnung ignoriert hatten, dass der Ausflug anstrengend sei, echte Probleme. Man traf so manchen auf halber Strecke an, hechelnd und ausser Atem, die Krücken quer über die Stufen gestreckt. Heiss war es auch. Aber die Mühe lohnte sich. Die erste Treppe führte hinunter zu einem nicht sehr grossen, aber dafür sehr hübschen Wasserfall.

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Dann ging es wieder ein Stück nach oben und weiter zur nächsten Treppe, die zu einem (nachts, wenn’s leer ist) sehr romantischen Teich, umgeben von prächtig ausgeprägten Basaltsäulen aus der vulkanischen Vergangenheit der Gegend, führte. Die Kletterei hat sich wirklich sehr gelohnt, wenn ich es auch etwas schade finde, dass die Basaltsäulen an ihrem oberen Ende von einer Strasse gekrönt werden.

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Jetzt aber auf zum Mittagessen. Wir hätten alle gerne vor dem Einsteigen in den Bus noch Wasser gekauft oder eine der grünen Kokosnüsse, die am Kiosk ausgestellt waren. Aber leider, keiner da. Aber unser Führer hatte Verständnis und sprach uns Mut zu. Es dauere nicht lange. Gleich gibt es Mittagessen, dann könnt ihr trinken, soviel ihr wollt.

Das Mittagessen war, man glaubt es kaum, koreanisch_IGP5588.JPG und sehr gut, genau wie am Vortag. Das muss man den Koreanern zugute halten. Bei ihnen gibt es kein verballhorntes westliches Essen, sie setzen den Touristen das vor, was sie wirklich kochen können. Und immer begleitet von herrlich scharfem Kimchi.

Ich liebe das Zeug!

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Halloween

Danach ging es weiter zu einem buddhistischen Kloster mit sehr hübschen Details, wundervollen Drachen, die sich die Treppen und Säulen emporwanden

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und niedlichen kleinen Elefanten, welche die Gehwege säumten.

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Hier sahen wir auch ganz viele der merkwürdigen Figuren, von denen die Einheimischen zu behaupten scheinen, dass sie den Steinfiguren der Osterinsel ähneln . Naja, schon, irgendwie, aber nicht so direkt…

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Und einen Kiosk gab es, mit einer wunderschönen kleinen Guanyin. Die wollte ich unbedingt haben, und sie war noch dazu spottbillig. Wir hatten zwar immer noch keine Möglichkeit gehabt, Bargeld zu besorgen, aber an der Theke stand ein grosses Schild „Mastercard Welcome“.

Tja, das Schild war da, aber sie nahmen nur Bargeld. Kreditkarte ging nicht, hätten sie nicht, wollten sie nicht. Und sie verstanden auch nicht, was ich an ihrem Schild auszusetzen hätte.

Wieder einmal schade, schade.

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Also enttäuscht wieder in den Bus und zurück zum Schiff, vorbei an einer ganzen Reihe von Ferienanlagen und Hotels, von denen eins seine Einfahrt auch mit Osterinselfiguren geschmückt hatte.

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Wir fuhren in den Sonnenuntergang und diskutierten, ob nicht Jeju Island ein guter vacation spot sein könnte. Viel zu gucken, tolle Landschaft, grossartige Strände…

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Ob sie wohl in den Strandhotels, die wir vom Turm des Botanischen Gartens aus gesehen hatten, Englisch sprachen…

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Und nun zum Rezept – ich kann mich nicht entscheiden: japanisch oder koreanisch? Koreanisch oder japanisch?

Decisions, decisions…

Ach was, ich nehme ein koreanisches Rezept, das ich schon oft und gerne zubereitet habe:

Chap Chae

250 g Rinderfilet, in feinste Streifchen geschnitten

Marinade:       1 Tl Zucker

1 EL Sojasauce

2 Tl feingehackte Frühlingszwiebeln

1 Tl feingehackter Knoblauch

1 Tl gemahlener weisser Sesamsamen

¼ Tl schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen

1 EL Sesamöl

 

60 g Glasnudeln

70 g Chinakohl, in feine Streifen geschnitten

60 g Sojasprossen

125 g Karotten, in Julienne-Streifen geschnitten

1 Gemüsezwiebel, in sehr feine Ringe geschnitten

 

Nach Wahl noch weitere Gemüse, z.B.: Bambussprossen, Babyspinat, Pak Choy, Gurke – alles in feine Streifen geschnitten

 

Sojasauce                               )

Zucker                                    )

Schwarzer Pfeffer               )

Salz                                           )   jeweils nach Geschmack

Monosodiumglutamat        )

Weisse Sesamsamen            )

Sesamöl                                    )

Das Fleisch mit den Marinadezutaten vermischen und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. Glasnudeln 15-20 Minuten in heissem Wasser einweichen.

Fleisch und alle Gemüsesorten jeweils einzeln in heissem Öl pfannenrühren, anschliessend alles vermischen und mit den Würzzutaten abschmecken.

 

 

 

 

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